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Theresa May düpiert DUP mit LGBT-Kurs

Britische Premierministerin erregt Aufsehen mit klaren Bekenntnissen zur Ehe für alle

Theresa May hat in einem persönlichen Schreiben an das schwule Nachrichtenportal Pink News ein überraschend unmissverständliches Bekenntnis zu schwulen Rechten und zur Ehe für alle von sich gegeben. „Ich will, dass alle Britischen Bürger in vollstem Ausmaß Freiheiten und Schutz genießen“, so die britische Premierministerin und Chefin der Conservative Party. „Das schließt die Gleichstellung der Ehe ein – denn eine Ehe sollte allen möglich sein, unabhängig von ihrer Sexualität.“ Doch damit nicht genug. May geht noch einen Schritt weiter und düpiert ihre Bündnispartner von der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP), indem sie die Ehe für alle in Nordirland fordert.

„Ich werde immer wieder deutlich machen, dass LGBT in Nordirland gleiche Rechte verdient haben“

Zuvor hatte May in einem Radiointerview mit Iain Dale ihren Dissens mit den streng LGBT-gegnerischen Positionen der DUP geäußert. Da hieß es: „Ich sage sehr deutlich, dass die Conservative Party in der Regierung nicht mit den Haltungen der DUP bei LGBT-Rechten übereinstimmt.“ Derartige Abgrenzungen sind einerseits nötig, in ihrer Deutlichkeit aber auch überraschend. May steht in der Kritik, seit sie nach den schlechten Wahlergebnissen bei der Unterhauswahl Anfang Juni, ein Bündnis mit der DUP einging, um eine Minderheitenregierung durchzusetzen. Die nordirische Partei verweigert nicht nur hartnäckig Verhandlungen mit der Republik Irland, sondern auch die überfällige Öffnung der Ehe (siehe MÄNNER-Archiv). Umso erfreulicher, dass May im Pink-News-Schreiben nachsteuert: „Weil das eine Angelegenheit der dezentralen Regierung Nordirlands ist, werde ich meine Haltung immer wieder deutlich machen – dass LGBT+ in Nordirland die gleichen Rechte verdienen wie alle anderen Menschen im Vereinigten Königreich.“

Theresa May muss Sympathien sammeln. Aktuelle Umfragewerte zeigen 51 Prozent Ablehnung

Mays Aussagen kommen nicht zufällig. Erstens nähert sich der 50. Jahrestag der Entkriminalisierung von Homosexualität in Großbritannien, die am 27. Juli 1967 mit dem Sexual Offences Act 1967 besiegelt wurde – ein historischer Schritt, der in Großbritannien das ganze Jahr gefeiert wird. Hinzu kommt, dass Theresa May Sympathien sammeln muss, die ihr spätestens nach den faktisch verlorenen Wahlen und dem DUP-Deal immer mehr abhanden kommen. Anfang der Woche veröffentlichte das britische Marktforschungsunternehmen Opinium aktuelle Umfragewerte zur Bürgermeinung über die Premierministerin. Auf 30 Prozent Zustimmung kamen 51 Prozent Gegnerschaft. Bei Mays Herausforderer Jeremy Corbyn von der Labour Party waren es 41 Prozent Zustimmung und nur 37 Prozent Gegnerschaft.

Titelbild: Drop of Light / Shutterstock.com


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