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Trudeau: Alle Regierungschefs zum Pride

Der kanadische Premier will seine Kollegen weltweit auf CSDs marschieren sehen

Der kanadishe Premierminister Justin Trudeau hat am letzten Wochenende als erster Regierungschef in der Geschichte seines Landes am Pride-Marsch in der kanadischen Halifax teilgenommen. Es war sein vierter Pride in diesem Jahr. (MÄNNER-Archiv) Während des Events sagte er, es sei für ihn eine Selbstverständlichkeit sich für die Rechte seiner LGBTI-Landsleute einzusetzen und er wünschte sich, dass alle Regierungschefs weltweit es ihm gleichtun würden.

„Ich bin der erste Premier, der an einem Pride in Halifax teilnimmt. Aber, ich freue mich darauf, dass hinter mir zu haben, damit es dann keine ersten Male mehr geben muss, und die Community einfach erwarten kann, dass der Regierungschef an einem Pride-Event überall in unserem Land teilnimmt, wenn sein Zeitplan dies erlaubt. Es ist nicht nur unsere vielfältige Herkunft als Kanadier, sondern unsere Vielfältigkeit in jedem Sinne, die uns von anderen Ländern unterscheidet. Dazu gehört, sich mit lauter Stimme für die Rechte von LGBTI einzusetzen“, so Trudeau.

„Es ist nicht nur unsere vielfältige Herkunft als Kanadier, sondern unsere Vielfältigkeit in jedem Sinne, die uns von anderen Ländern unterscheidet. Dazu gehört, sich mit lauter Stimme für die Rechte von LGBTI einzusetzen“

Trudeau unterstützt die Community auch realpolitisch, wo er kann. Erst im Mai hatte er angekündigt, dass die kanadische Regierung sich noch 2017 formal und offiziell bei Tausenden Armeeangehörigen und Regierungsmitarbeitern entschuldigen, die bis in die späten achtziger Jahre geoutet und entlassen worden waren. Auch über Begnadigungen und Entschädigungen laufen laut einem Bericht der britischen Tageszeitung „The Guardian“  Verhandlungen.

Die Betreffenden wurden mit einem Apparat, der sich „Fruit Machine“ („Schwuchtel Detektor“) nannte „gefasst“, der von der Universität von Ottawa entwickelt worden war. Die opfer wurden angeschlossen, dann wurde ihnen sexuell explizites Material gezeigt und ihr Erregungszustand gemessen. So wollte man ihre sexuellen Orientierung bestimmen. Historiker und Wissenschaftler haben das als „barbarisch“ bezeichnet und alle Ergebnis für null und nichtig erklärt.

Randy Boissonnault, den Premierminister Justin Trudeau im letzten Jahr zu seinem Berater in LGBTI-Fragen berufen hatte (MÄNNER-Archiv), führt die Verhandlungen selbst, um zu garantieren, dass das Ergebnis umfassend und vollständig ist. Er sagt: „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer inklusiven und umfassenden Entschuldigung, die noch vor Ende 2017 erfolgen soll.“ Einer seiner Sprecher ergänzte: „Deswegen dauern die Beratungen noch an.“

 

Foto: Shutterstock.com/Shawn Goldberg


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