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Thunderclap: 100 Tage Tschetschenien

100 Tage nach erstem Aufschrei über Schwulenverfolgung in Tschetschenien, wird erneut geschrien

Am 10. Juli ist es 100 Tage her, dass die Zeitung Novaya Gazeta erstmals über die Verfolgung und Ermordung von Schwulen in der russischen Teilrepublik Tschetschenien berichtete und damit internationale Aufmerksamkeit erregte (siehe MÄNNER-Archiv). Seitdem haben Politiker in aller Welt die Verbrechen verurteilt und auch Angela Merkel brachte das Thema bei ihrem Besuch bei Vladimir Putin in Sotschi zur Sprache. Ob es wirklich etwas gebracht hat, ist bis heute fraglich. Während die Evakuierungsbemühungen von Opfern  leise Erfolge zutage fördern (siehe MÄNNER-Archiv), ist das mediale Interesse weitgehend verebbt. Das wollen Aktivisten der amerikanischen LGBT-Organisation All Out ändern, indem sie unter dem Motto #100DaysofInjustice, bzw. #Chechen100 zu einem virtuellen Donnerschlag aufrufen. Durch die Crowdspeaking-Plattform Thunderclap soll am 10. Juli um 11 Uhr ein Weckruf um die Welt geschickt werden, der „100 Tage Unrecht in Tschetschenien“ in Erinnerung ruft.

Die politische Weltelite wurde zum Handeln aufgefordert, aber nichts passierte

Die Organisatoren warben bereits im Vorfeld des umstrittenen G20-Gipfels in Hamburg für ihre Aktion, indem sie die Teilnehmer des Treffens der politischen Weltelite dazu aufriefen, die Schwulenhatz in Tschetschenien zum Thema zu machen. Besonders die erste persönliche Begegnung von Donald Trump und Wladimir Putin wurde als Chance für eine Mahnung des amerikanischen Präsidenten gehandelt, die Trump allerdings nicht nutzte. In ihrem zweistündigen Treffen sprachen Putin und Trump über russische Cyber-Attacken und Syrien, aber Menschenrechte blieben außen vor. Auch sonst war Tschetschenien kein Thema bei G20.

Jetzt sind wir dran: So nimmst du an der Aktion teil

All Out-Sprecher Enrique Torre Molina machte kürzlich mit der der Aussage Schlagzeilen, dass die Verfolgung von Schwulen in Tschetschenien erneut aufgenommen worden sei. Auch Europa-Staatsminister Michael Roth hatte derartige Befürchtungen thematisiert. Es gibt also gute Gründe, das Thema ins Gedächtnis zu rufen. Wer Teil des großen Online-Donnerschlags werden will, muss sich auf der Thunderclap-Seite anmelden. Um Punkt 11 Uhr schickt Thunderclap dann über die Twitter-, Facebook- oder Tumblr-Accounts aller registrierten User das Bild oben durch die Welt . Weitere Instruktionen und Hintergründe gibt’s auf der Aktions-Website auf Englisch und Deutsch.

Titelbild: allout.org


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