Archiv der Artikel die unter der Kategorie Fotostrecken gespeichert wurden.

Boys II Men

Bel Ami ist eine der erfolgreichsten Marken der Porno-Welt. Mit Rebels liegt jetzt ein außergewöhnlicher Bildband vor, der sich vom gängigen Bild hübscher Jungs distanziert und die Models erstmals als selbstbewusste Erwachsene zeigt. Joan Crisol hat diese Reifeprüfung auf der Partyinsel Ibiza in Szene gesetzt

„Hey, Mrs. Robinson“: Der Vergleich zum jungen Benjamin Braddock aus dem Kultfilm von Mike Nichols aus dem Jahr 1967 drängt sich auf. Er verwandelt sich in Die Reifeprüfung vom naiven Studenten zum gestandenen Mann, der von einer reifen Frau in die Geheimnisse der Liebe und des Lebens eingeführt wird. So ungefähr ist es auch mit dieser Fotostrecke, zu der der 38-jährige Joan Crisol die Kinky Angels von Bel Ami verführt hat. Im gleißenden Licht von Ibiza hat er die Models so in Szene gesetzt, wie er das normalerweise für seine Fashion-Kampagnen und Musikvideos tun würde – rebellisch, aggressiv und selbstbewusst erwachsen. Mit dem Resultat, dass Stars wie Kris Evans, Dolph Lambert, Ariel Vanean oder Todd Rosset plötzlich ganz anders wirken, als wir sie sonst kennen. Man könnte von einem Re-Styling sprechen, das aus den Jungs Männer macht. Die bereit sind für den nächsten Lebensabschnitt. Joan Crisol wurde 1974 im spanischen Badalona geboren, lebt aber inzwischen in Madrid. 1999 begann er direkt nach dem Studium am Institut d’Estudis Fotogràfics de Catalunya als professioneller Fotograf zu arbeiten. Seither wurden seine Arbeiten in über 40 Magazinen weltweit veröffentlicht. Außerdem hat er in mehr als 50 Musik-Videos sein Talent als Kameramann bewiesen und ist seit Jahren verantwortlich für die visuelle Präsention der Marke ES Collection. Rebels ist sein zweites großes Fotobuch, nach dem Erstlingserfolg Chulo 2008. Das Shooting mit den Bel-Ami-Stars fand während der Dreharbeiten zu ihrem neuesten Pornofilm statt. Ob sie da dann auch so gereift zu sehen sein werden wie in dieser Fotostrecke, müssen wir noch prüfen.

Clayton Tore

Joan Crisol “Bel Ami: Rebels”, Gmünder Vlg. 2012, 128 Seiten, 26 x 34 cm 49,95 Euro

Belami 5 (Foto by Joan Crisol)

Belami 5 (Foto by Joan Crisol)

Belami 7 (Foto by Joan Crisol)

Belami 7 (Foto by Joan Crisol)

Belami 6 (Foto by Joan Crisol)

Belami 6 (Foto by Joan Crisol)

Belami 1 (Foto by Joan Crisol)

Belami 1 (Foto by Joan Crisol)

Belami 2 (Foto by Joan Crisol)

Belami 2 (Foto by Joan Crisol)

Ladies are Gentlemen

Lady Gagas Klebeband-Kleid, Cheryls Wimpern oder Rihannas rotes Haar – die neue Generation der Popstars lässt sich inspirieren von der hippen alternativen Drag-Szene in London und San Francisco. Und verhilft Drag damit zu einem spektakulären Comeback. Fotograf Peter Werner arbeitete mit einigen prominenten Trannies fürs Projekt „Me And My Idol“ zusammen, eine Rückbesinnung auf klassischen Drag in Zeiten des Umbruchs.

Text: Kevin Clarke, Foto: Peter Werner

Man mag ein bisschen staunen, aber Dragqueens erleben derzeit ein spektakuläres Comeback – als Inspiration für Popstars, Modegurus und Kunstkenner. Von Rihannas rotem Jessica-Rabbit-Haar über Cheryl Coles fette falsche Wimpern bis zu Cindy Shermans Make-up für MAC und Lady Gagas Fantasy Outfits. Alles pure drag! Und plötzlich pilgern Designer, Fotografen und Moderedakteure, ganz zu schweigen vom Creative Team des Haus of Gaga, zu den prominenten Trannie Shows in East London oder Trannyshack in San Francisco, um sich dort – dem neuen Mecca Creativa – inspirieren zu lassen. Die Folge: In Großbritannien werden prominente Trannies wie Jonny Wood mit eigener TV-Show gesegnet und von Hochkulturinstitutionen wie der National Portrait Gallery als Kuratoren für Spezialevents eingeladen, wo sie Heteros zeigen, „wie man eine Rolltreppe richtig heruntervogued“, wie Woo sagt. Und in Kanada wird Jason Wimberly zum „Queer of the Year“ gewählt. Während die progressive Drag-Szene boomt und in eine schillernd schrille Zukunft blickt, hat der Fotograf Peter Werner mit „Me And My Idol“ ein Projekt gestartet, das den Blick eher zurück wendet. Er hat eine Reihe prominenter – und durchaus moderner – Dragqueens aus den USA und Berlin überzeugt, an einer Hommage an die Grandes Dames der Vergangenheit und Gegenwart mitzumachen, von Jean Harlow, Marilyn Monroe und Liz Taylor bis zu Madonna und Heidi Kabel. Das ist natürlich total retro und klassischer Drag mit Glam-Anstrich. Man kann’s aber auch als back to the roots sehen. Denn: Wie in der Schwulenszene, ist auch in der Drag-Welt eine Reflexion der eigenen Geschichte angesagt. MÄNNER sprach mit Peter Werner über seine „Me And My Idol“-Serie.

Wann hast du mit der Arbeit an „Me And My Idol“ begonnen – und was hat dich inspiriert?
Mit dem Projekt begann ich letztes Jahr im Frühling. Eigentlich fing alles damit an, dass ich einen guten Freund in Drag traf, von dem ich nicht wusste, dass er als Dragqueen auftrat. In Drag heißt er Sandy Shorts, und ohne Drag ist er Privattrainer in einem Sportstudio, wandert in den Bergen und fährt Motorrad. Ich war so fasziniert von seiner zweiten Persona, dass ich ihn unbedingt fotografieren wollte. Als Mann und als Sandy Shorts. Kurz darauf kam mir die Idee zu „Me And My Idols“.

Wonach hast du deine Modelle ausgesucht – und die Persönlichkeiten, die sie spielen?
Nachdem ich Anna Conda als Greta Garbo und Heklina als Squeaky fotografiert hatte, hat es sich in der Drag-Szene von San Francisco schnell rumgesprochen, was ich da mache. Ich wurde oft von den jeweiligen Ladys auf weitere Talente hingewiesen. Alle haben sich ihr Idol für Shooting selbst ausgesucht. Dabei habe ich aber darauf geachtet, nicht nur Doppelgänger zu fotografieren. Ich wollte nicht unbedingt, dass die Bilder ihrer Idole 100 Prozent wie das Idol aussehen, sondern immer die Essenz der jeweiligen Dragqueen erkennbar bleibt. Manchmal habe ich berühmte Originalbilder nachgestellt, manchmal habe ich mich einfach inspirieren lassen vom Idol und der Dragqueen. Außerdem habe ich immer ein „Vorher“-Bild gemacht, und zwar so, wie sich die Dragqueens selbst darstellen wollten.

Wie verlief die Arbeit?
Der Fotoshoot mit Honey Mahagony war besonders toll. Wir haben an einem Sonntag fotografiert, bei den Sutro Baths an der Küste von San Francisco. Sie war als Helena von Troja gekleidet und hatte zwei sexy Männer dabei, die als ihre Verehrer fungierten, in knappen Togas. Zusammen mit Honeys Freund und Assistent und meinem Assistenten waren wir eine kleine bunte Truppe, die an den Klippen herunterkletterte, und das vor Massen von Touristen, die natürlich alle neugierig guckten, was da vor sich ging. Am meisten lachen musste ich bei Suppositori Spelling, die vor nichts zurückschreckte, sich nackt als schwangere Demi Moore fotografieren ließ und ein paar Tage danach fürs „Vorher“-Bild als 70er-Jahre-Stricher mit angeklebtem Schnurrbart vor der Bar STUD in San Francisco. Sehr cool. Und retro. Und damit eine Brücke schlagend zwischen gestern und heute. Und morgen. Wie ich finde. Man kann die komplette  Bild-Serie in meinem neuen Buch sehen.

“Me And My Idol”
Peter Werner
Bruno Gmünder Verlag, 128 Seiten

Verliebt in Bali

Für das Buchprojekt For the Love of Bali reiste Starfotograf Howard Roffman zusammen mit 20 Bel Ami-Jungs nach Indonesien. Vor der malerischen Kulisse eines Traumhauses auf der Halbinsel Bukit entstanden Urlaubsschnappschüsse, die jetzt in einem 128-Seiten-Luxusbildband veröffentlicht wurden

Text und Fotos: Howard Roffman

Adam Archuleta (l.) und Andre Boleyn

Adam Archuleta (l.) und Andre Boleyn

Machen wir doch alle mal zusammen Urlaub! Auf Bali“. Also sprach George Duroy, Gründer und Chef der Bel-Ami-Studios in Bratislava. Und lud mich als Fotografen ein, mitzukommen, weil ich schon öfter erfolgreich ür Fotobuchprojekte mit Bel Ami zusammengearbeitet hatte. Als Amerikaner, der mit dem Musical South Pacific aufgewachsen ist, hatte Bali eine geradezu mystische Anziehungskraft. Und die Aussicht, einen Urlaub à la George Duroy zu machen, war natürlich unwiderstehlich. Ich sagte sofort zu und übernahm die technische Planung der Reise. Während George sich um die Auswahl der Jungs kümmern wollte.

Fotograf Howard Roffman auf der Fahrt zum Haus in Bukit, mit dem blonden Kevin Warhol (r.) auf dem Rücksitz

Fotograf Howard Roffman auf der Fahrt zum Haus in Bukit, mit dem blonden Kevin Warhol (r.) auf dem Rücksitz

Über einen indonesischen Freund in San Francisco fand ich ein perfektes Haus für uns – eine große Anlage in den Hügeln von Bukit auf der südlichen Halbinsel, mit opulenten Gärten, Panoramaaussichten imposanter balinesischer Architektur und diskreten Hausangestellten, die uns nicht stören würden bei der Arbeit. Denn natürlich ist ein Duroy-Ausflug dieses Kalibers auch dafür da, um Fotos zu schießen und Filmszenen zu drehen. Als wir auf dem Denpasar Ngurah Rai International Airport ankamen,
herrschte erstmal Chaos. Wir fanden unsere Fahrer nicht, der Verkehr war dramatisch und die Straße nach Seminyak schlängelte sich durch die Landschaft, mit Tausenden von Scootern und klappendern Autos neben uns. Dazu überall Hunde und ein unglaublicher Lärmpegel. Ich fragte mich, ob wir nicht einen fürchterlichen Fehler gemacht hatten, hierher zu kommen?
Als wir dann aber die Stadt und den Verkehr hinter uns gelassen hatten, und zwischen den dicht gewachsenen Blättern der Garten unseres Hauses zum Vorschein kam, waren alle Bedenken wie weggewischt. Die Jungs, ermüdet von der langen Reise, hatten plötzlich ein breites Grinsen auf den Lippen. Und stürmten in den Infinity Pool und die Schlafzimmer. Der Urlaub fing an.

Die 20 Jungs schmiedeten sofort Pläne: Einige wollten Surfunterricht nehmen an dem Strand, wo Julia Roberts Szenen für Eat, Pray, Love gedreht hatte. Andere wollten Ausflüge nach Kuta machen, um Souvenirs zu kaufen und sich eine balinesische Massage zu gönnen. Die jungen Masseure kicherten die ganze Zeit und hatten wohl selten so attraktive Kunden wie an diesem Tag. Wir machten einen Ausflug in die Ubud-Gegend, wo es endlose Reisfelder und Kaffeeplantage  gibt. Diese im tropischen Regen zu sehen, war schon eindrucksvoll.

Bali ist heute eine schwulenfreundliche Oase inmitten lauter angrenzender muslimischer Staaten, in denen Homosexualität kriminalisiert ist und Schwule teils brutal unterdrückt werden. Ganz anders als in der überwiegend hinduistischen Gesellschaft von Bali. Wo immer wir hinkamen, fanden wir kleine Papiertabletts mit Blüten, Blättern und Keksen: Ausdruck des sanften Glaubens dort. Ironischerweise kommen viele der Touristen auf Bali aus den umliegenden muslimischen Ländern. Sie reisen aus Indonesien und Malaysia an. Man erkennt sie an den Kopftüchern, die die Frauen tragen. Komischerweise drängten sich genau diese Frauen um die Bel-Ami-Jungs, sobald wir irgendwo auftauchten. Sie wollten zusammen fotografiert werden und baten um Autogramme. Im Scherz sagte ich zu den Boys: „Jetzt wisst ihr, wie sich Justin Bieber fühlt!“ Natürlich ahnten die Mädchen nicht, dass sie es mit Pornoprominenz zu tun hatten. Und dass diese Jungs schwule Pornos drehen, die in konservativ-muslimischen Ländern verboten sind. Die Tage, die wir auf Bali verbrachten, waren auch von Liebe und Flirts geprägt, weil in dem malerischen Ambiente einige der Jungs, die sich bei den Shootings zum ersten Mal näher kennenlernen konnten, schwer ineinander verguckten.

Adam Archuleta frisch geduscht

Adam Archuleta frisch geduscht

Die gloriosen Details sind hier vielleicht unwichtig, aber man spürt auf vielen der Bilder doch die Nähe und intime Vertrautheit, die zwischen einigen der Bel-Ami-Boys herrscht. Diese Intimität blühte – im wahrsten Sinn des Wortes – in der tropischen Pracht von Bali auf. Und macht die Fotos so atemberaubend.

Jack Harrer bei der Bananenernte

Jack Harrer bei der Bananenernte

m+ ist da

Die neueste Ausgabe von M+ ist da – und liegt seit dieser Woche in Apotheken und Arztpraxen deutschlandweit aus. Es geht, wie immer, darum, Menschen mit HIV vorzustellen, ihre ganz persönlichen Probleme und Erfahrungen mit dem Virus. Und die neuesten Nachrichten aus der Welt der Medizin. Besondere Berücksichtigung findet diesmal das Thema Hepatitis C.

Die Redaktionsleitung haben Paul Schulz und Christian Lütjens übernommen.

Das M+-Heft ist gratis.

Das Novemberheft ist da – mit Mode-Special!

Lieber Leser,

Wir wollten in der November-Ausgabe mal etwas Neues ausprobieren und haben uns entschlossen, die Style-Sektion zu erweitern und erstmals eine eigene Modestrecke zu produzieren. Die Diskussion ging lange hin und her, welches Model dafür infrage käme. Natürlich gab es ziemlich viele (ziemlich attraktive) Jungs, die mitmachen wollten beim Shooting, das unser Stylist Bodo Ernle organisiert hat. Aber wir fanden, dass in einer MÄNNER-Modestrecke auch ein MÄNNER-relevantes Model zu sehen sein sollte, also jemand, der eine eigene und besondere Geschichte hat. Wir fanden den Mann unserer Modeträume in Marcel Schlutt. Er war Fashionmodel, TV-Moderator, Pornodarsteller, macht Kinofilme und gibt seit Januar sein eigenes Modeheft heraus: HONK! Attraktiv ist er auch. (weiterlesen…)





Jetzt Abonnieren!


Home

  • IMPRESSUM

  • Bruno Gmünder Verlag

    Bruno's

    M+

    Spartacus World

    Feed