Welcome to Miami
Miami – das ist Sonne, Strand und Party pur. Ob zu Events wie der White oder Winter Party oder einfach nur für einen erholsamen Strandurlaub: Die Stadt ist seit Jahrzehnten ein Magnet für schwule Besucher aus aller Welt.

Neben gutgebauten Beach Boys gibt es zudem jede Menge Kultur im Arts oder Art Deco District zu entdecken; dazu noch jede Menge exzellenter Restaurants, die einen Mix aus Nord- und Lateinamerikanischer Küche zu bieten haben. Gemeinsam mit dem Tourismusbüro von Miami, Air Berlin und dem Hotel Lords South Beach verlost SpartacusWorld.com im September eine Reise für zwei Personen in Floridas Gay Hot Spot. Einfach die Webseite besuchen und mitmachen! www.spartacusworld.com/miami
EAST LONDON CALLING
Künstler und Grafikdesigner Mathias Vef (35) in voller UK-Montur. Nach Jahren in Berlin zog er letzten Sommer ins Vereinigte Königreich, um dort zu studieren. Für die MÄNNER-Juli-Ausgabe schrieb er seinen sehr persönlichen London-Bericht
Mit seinen acht Millionen Einwohnern ist London eine der  faszinierendsten Metropolen Europas. Für den ehemaligen MÄNNER-Art Director Mathias Vef war es trotzdem nicht gerade Liebe auf den ersten Blick, als er vor einem Jahr dorthin zog. Eher ein großes Abenteuer. Trotzdem fühlt sich Mathias dort inzwischen mehr als wohl. Er nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise durch die Szene – vor allem im trendigen East London
TEXT UND FOTOS: Mathias Vef & Thorsten Kadel
London ist eine Stadt nicht nur am Rande des Wahnsinns, sondern oft schon mittendrin, in der man lernen muss, Dinge mit großstädtischer Gelassenheit zu ertragen, die unter anderen Umständen gänzlich unakzeptabel wären. Eine Stadt im permanenten Lärm des Verkehrschaos, oft lebensgefährlichen Radwegen, Wohnungen, die nur Makler so nennen, und Bewohnern, die all dies wie im Rausch ertragen. Ein Ort von majestätischem Selbstbewusstsein, selbstbezogener Insellage und gleichzeitig ein kosmopolitischer Schmelztiegel. Aber vor allem ist London eine Herausforderung. Hier zu leben – und zu überleben! – im Niemandsland zwischen Ruhm und Ruin, in der vielleicht letzten europäischen Metropole, die sich trotz Totalüberwachung nicht totkriegen lässt und die Berlin manchmal wie ein Dorf erscheinen lässt, das ist aufregend.
„I am not in love but truly excited“ – zumindest klingt mein Umzug nach London nach einem großen Abenteuer. Und ich erinnere mich vor der Abreise nach England an die oft zitierten Zeilen von Hermann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ – Ein Master-Studium in Design Interactions am Royal College of Art hat mich vergangenen September nach London gebracht, ein extrem innovativer Studiengang zwischen Kunst, Design und Science-Fiction an einer der wohl inspirierendsten Universitäten der Welt. Ich war natürlich vorher schon häufig in der Stadt, zum Feiern, zum Shoppen oder um Freunde zu sehen. Aber hier zu leben, länger als langes Wochenende zu bleiben, das ist eine andere Sache.
Die Immobilienpreise in London sind verglichen mit Berlin astronomisch. Deswegen gibt es auch kaum noch jemanden, der sich das Zentrum Londons leisten kann. Stattdessen zieht es gerade junge Leute in den Osten der Stadt, wo fast im Minutentakt neue Galerien, Geschäfte, Cafés, Start-ups und Wohngemeinschaften entstehen. Auch die schwule Szene entwickelt sich dort rasant und wird zu einer hippen Alternative zu den bekannten Bezirken Soho und Vauxhall.
Auch mich hat es nach East London gezogen, und als nach erst einigen Wochen die beschwerliche Wohnungssuche erfolgreich war, beziehe ich mit einem Kumpel mein neues Domizil am Ostrand von Shoreditch. Während ich die nächsten Wochen damit verbringe, London als Bewohner statt als Tourist zu erkunden, lerne ich viel Neues kennen über die Stadt, ihre Bewohner – und über mich selber.
East London ist, besonders seit der „Overground“ fertig gestellt ist, begehrt. Was vor zehn Jahren noch als Ghetto galt, ist heute hip: Zuerst wurde Shoreditch erschlossen und damit auch im Rekordtempo gentrifiziert, danach Hackney, Dalston und vor allem die Gegend am Regent’s Canal. Zwischen traditionellen Pubs entstehen immer mehr neue Cafés und Bars, die Märkte bieten Biokost und Selbstgebackenes, auf den Flohmärkten werden schicke Designerstücke gehandelt. Aber für die ersten Einkäufe greife ich dann doch lieber auf Gewohntes und Bezahlbares zurück: IKEA für die Grundmöblierung, Lidl für die Grundnahrungsmittel. Da weiß man wenigstens, was man hat.
MIT DEM FAHRRAD
Bald komme ich an die Grenzen des zu Fuß Erreichbaren und lerne schnell, dass Busse und Bahnen nicht schnell sind. Also kaufe ich mir ein Fahrrad – und zwei Schlösser. Fahrradfahren ist in London eine Innovation. Seit den U-Bahn-Anschlägen 2005 fahren immer mehr Londoner mit dem Rad. Das ist nicht nur ein Abenteuer, sondern gerät bisweilen zum lebensgefährlichen Extremsport. Seitdem entstehen in London im Rekordtempo Radwege, mitsamt der dazugehörigen Fahrradstationen. Vor allem, weil der gegenwärtige Bürgermeister Boris Johnson von der konservativen Tory-Party selbst begeisterter Radfahrer ist und oft mit Rad statt Dienstwagen durch London fährt, was für ebenso viel Be- wie Verwunderung sorgt und ihn auch schon einmal fast das Leben gekostet hat.
Man kann das ganze Wochenende problemlos im „East End“ verbringen, und dafür ist das Fahrrad allemal besser als der Nachtbus. Meistens startet der Londoner den Freitagabend mit ausgiebigen After-Work-Drinks. Alle Pubs sind um 18 Uhr voll, mit Menschentrauben davor. Je näher man an der City ist, wo die Aktienhändler und Banker arbeiten, desto mehr Jungs kommen tatsächlich direkt aus dem Office und gönnen sich drei bis vier Pints im Anzug. Men at Play, zum Anfassen.
Für Schwule ist das George & Dragon mit seiner skurrilen Mischung aus heruntergekommenem Pub, wildem Dekor und East-End-Hipstern die erste Anlaufstelle. Das George hat gerade seinen 40. Geburtstag gefeiert und macht wie die meisten Pubs schon früh zu. Aber von dort ist es nicht weit zum Joiner’s Arms, das sich dann schnell füllt, weil ab halb zwölf fünf Pfund Eintritt fällig werden. Paul Heron spielt die neuesten Disco Tunes, auf dem Schild am DJ-Pult steht „No Gaga!“. Die Barkeeper sind genauso bunt zusammen gewürfelt wie das Publikum: ein muskelbepackter Schwarzer, ein tätowierter Spanier und eine langhaarige Schönheit zwischen den Geschlechtern. Zwischen sehr vielen Karo- und noch mehr Jeanshemden und großen Nerdbrillen tanzen extravagant gestylte East Londoner. Auch Rihanna soll schon einmal gesichtet worden sein. Da für die meisten der Abend früh begonnen hat, geht es freitags oft nach dem Joiners nach Hause, in der Hoffnung noch vor Sonnenaufgang im Bett zu sein.
Entgegen allen anders lautenden Gerüchten ist das Wetter in London bei weitem nicht so schlecht wie sein Ruf, und ein sonniger Samstagmorgen ist perfekt für ein paar Runden im Freibad. Das Lido im London-Fields-Park ist nur fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt und bietet ein beheiztes Becken, in dem man auch im November zu aufsteigendem Dampf schwimmen kann. Nach einigen Runden im Wasser treibt mich der Hunger meist zum Frühstück an den Broadway Market, der direkt am Park beginnt. Samstags reihen sich hier Stände mit Leckereien, Kunstbüchern und hässlichen Second-Hand-Klamotten aneinander. Oft ist es schwierig, einen Platz in einem der vielen Cafés zu ergattern, aber fürs englische Breakfast im hellen Broadway Market Café lohnt das Warten. Am anderen Ende der Straße im Cat & Mutton gehört das Pint Bier zum traditionellen English Sunday Brunch.
Direkt am Café führt der Regent’s Canal entlang, wo viele Leute in einem der Hausboote eine Alternative zum klassischen Wohnen gefunden haben. An der Schleuse sammeln sich nicht nur alte Plastikbecher, viele lesen in der Sonne oder schlendern den Uferweg entlang. Aber auch die Polizei ist unterwegs und sucht den Kanal ab, denn angeblich hat man hier im Frühjahr Körperteile einer Soap-Schauspielerin aus dem Wasser gezogen.
Wen solche Charles Dickens würdigen Zustände nicht stören, kann den ganzen Tag in der Gegend gemütlich verbummeln. Der perfekte Tagesausklang ist, im Park zwischen tausenden Menschen bei Sonnenuntergang zu grillen. Und sich einen Pint Cider zu gönnen. Aber Achtung: Englischer Cider ist genauso stark wie Bier, man wird davon schnell betrunken.
AUF NACH VAUXHALL
Am Abend treffen mein Freund Thorsten, der aus Berlin zu Besuch ist, und ich uns mit Freunden aus Berlin, die auch hier leben – es gibt eine große deutsche Expat-Gemeinde – in einem der angesagtesten Restaurants im Osten, der Bistroteque. Hier gibt es super Essen in einem schicken Fabrikloft, während in der unteren Etage Drag-Künstler Johnny Woo das Publikum im Cabaret Room begeistert.
Die Entscheidung, wie die Nacht weitergehen soll, fällt schwer. Der Dalston Superstore auf der Kingsland High Street lockt mit zwei völlig überfüllten Dancefloors, während im East Bloc die Schnauzbart tragende Transe La Pequena die „Dish“-Party schmeißt, die genauso voll ist. Die 80er-Jahre-Club-Performance-Ikone Leigh Bowery erwartet einen überlebensgroß an der Wand, während hyperblondierte Lockenköpfe mit riesigen Sonnenbrillen zwischen allerlei London-Stylevolk und Muskeljungs cool vor sich hin tanzen.
Auch danach gibt es noch verschiedene Optionen: In Vauxhall lockt das Area mit der krassen Afterhour-Veranstaltung „Beyond“, die um sechs Uhr morgens startet, wobei die Jungs dem Namen der Party alle Ehre machen. Ohne Shirt, aufgepumpt, verschwitzt und meist auch ziemlich verdrogt kondensiert sich hier das schwule Partyleben am Sonntagmorgen. Alternativ kann man auch in den White Swan gehen. Dort strippen Gäste, die oft ähnlich viel erlebt haben wie die älteste Homo-Bar des East Ends, und müssen sich manchen derben Witz gefallen lassen, wenn sie ihren Körper entblößen. Oder man reiht sich auf dem Heimweg in die Massen Betrunkener, die über die Döner-Läden an der Old Street Station herfallen? Man kann natürlich auch einfach direkt nach Hause gehen, was manchmal keine schlechte Idee ist.
Je länger man in London lebt, desto größer wirkt die Stadt. Die Möglichkeiten und Versuchungen sind schier unerschöpflich, und weil es oft anstrengend ist, von einem Bezirk zum anderen zu kommen, muss man wesentlich mehr planen als in anderen Städten. Die U-Bahnen fahren nur bis Mitternacht und am Wochenende sind oft ganze Linien eingestellt. Nachtbusse sind ein Erlebnis für sich, meist genauso voll wie ihre Fahrgäste, selten pünktlich und fast immer mit mehrmaligem Umsteigen verbunden.
Tagsüber ist die Liste der Möglichkeiten noch viel größer. Man muss sich entscheiden zwischen hunderten von Museen und Galerien, Theatern oder Konzerten. Auch Musicals gehören in London zum Pflichtprogramm. Ich entscheide mich den Sonntag erst mal für Kultur und Kunst. Entlang der Wadson Street, gleich neben der Bistroteque, reiht sich eine Galerie an die nächste.
Auch in Shoreditch gibt es viel zu sehen, vor allem rund um die Brick Lane, wo sonntags ein von Touristen überfüllter Markt ist, oder in der Redchurch Street, dem ursprünglichen Epizentrum vom coolen Shoreditch mit Street Art, Galerien und Cafés. Zum Glück bin ich kein Tourist mehr und komme in die Gegend eher zum Dinner ins Pizza East oder schlendere entspannt über den Flower Market in der Columbia Street.
RICHTUNG HYDE PARK
Auch wenn es verführerisch ist, im Osten zu bleiben, darf man den Rest der Stadt nicht unterschätzen. Meine Uni liegt südlich des Hyde Parks, neben dem Buckingham Palace. So komme ich öfters in den Genuss der „grünen Lunge der Stadt“ mit einem fast paradiesisches Tierleben von wilden Papageien, Gänsen, fast zahmen Eichhörnchen, dazu unzählige Dog-Walker, reitende Soldaten aus der nahen Kaserne und reiche Damen mit unglaublich gut aussehenden Personal Trainern.
Die Gegend bietet dem Auge aber noch mehr, denn die Serpentine Gallery im Park und die Museen der Exhibition Road, allen voran das „V&A“, das Victoria and Albert Museum. Die prächtige Royal Albert Hall und das goldene Denkmal des Namensgebers des berühmten Piercings sind das krasse Gegenteil zu East London.
Kensington und Knightsbridge gehören zu den teuersten Ecken der Stadt, William und Kate leben hier, und die Wohnung Hyde Park No. 1 kostet angeblich 150 Millionen Pfund. Welcome to the real world!
Da ich die royale Pracht und die russischen und arabischen Multimillionäre, die sich rund um den Hyde Park tummeln, unter der Woche sehen kann, radele ich sonntags eher gen Süden. Oft mache ich Halt an der Tate Modern, dem größten Museum für Moderne Kunst der Welt. Damien Hirst, Gerhard Richter, Yayoi Kusama: Das gigantische alte Kraftwerk ist zwar kein Geheimtipp, aber fast immer sehenswert.
Aber mein eigentliches Ziel ist heute Vauxhall. Es gibt hier nicht nur die berüchtigten After-Hour-Clubs, deren Existenz man durch dampfende
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Meine East-London-Empfehlungen
Joiners Arms
116-118 Hackney Road, E2 7QL
www.joinershoreditch.com
East Bloc
217, City Road, Old Street,
EC1V 1JN
www.eastbloc.co.uk
BJ’s White Swan
Eine der älteste Homobars im
East End mit abendlichen Stripshows
556 Commercial Road, Limehouse, E14 7JD
www.bjswhiteswan.com
George & Dragon
Skurrile Mischung aus heruntergekommenem Pub, wildem Dekor und Eastend-Hipstern
2-4 Hackney Road,
Shoreditch, E2 7NS
www.georgedragon.com
Dalston Superstore
Hippe East Londoner Bar mit zwei Dancefloors und wechselnden Partys
117 Kingsland High St.,
Dalston, E8 2PB
www.dalstonsuperstore.com
Bistroteque
23-27 Wadeson Street, E2 9DR
www.bistrotheque.com
Nicht mehr im Osten, aber
unausweichlich:
WE Party London @ The Coronet
Party mit großartigen Visuals, futuristischen Licht-Effekten und Go-go-Tänzern.
28 New Kent Road
Tickets ab 18 £
Beyond @ Area
Die Musclemania-Drogen After-Hour. Jeden.Sonntag ab 3 – 12 Uhr
67-68 Albert Embankment
Eintritt: 10–15 £
Horse Meat Disco @ Eagle London
349 Kennington Lane
Schrille, trashy Party mit 70er-Jahre-Musik. Jeden Sonntag ab 20 Uhr.
Eintritt: 6 £
Royal Vauxhall Tavern
Queer Comedy, Cabaret und Partys.
Duckies am Samstag und The Dame Edna Experience am Sonntag
372 Kennington Lane
www.rvt.org.uk
The Hoist
Eine Institution in der schwulen Fetisch-Szene in London. Strenger Dresscode
South Lambeth Road, Arch 47B – 47C
www.thehoist.co.uk
Verliebt in Bali
Für das Buchprojekt For the Love of Bali reiste Starfotograf Howard Roffman zusammen mit 20 Bel Ami-Jungs nach Indonesien. Vor der malerischen Kulisse eines Traumhauses auf der Halbinsel Bukit entstanden Urlaubsschnappschüsse, die jetzt in einem 128-Seiten-Luxusbildband veröffentlicht wurden
Text und Fotos: Howard Roffman
Machen wir doch alle mal zusammen Urlaub! Auf Bali“. Also sprach George Duroy, Gründer und Chef der Bel-Ami-Studios in Bratislava. Und lud mich als Fotografen ein, mitzukommen, weil ich schon öfter erfolgreich ür Fotobuchprojekte mit Bel Ami zusammengearbeitet hatte. Als Amerikaner, der mit dem Musical South Pacific aufgewachsen ist, hatte Bali eine geradezu mystische Anziehungskraft. Und die Aussicht, einen Urlaub à la George Duroy zu machen, war natürlich unwiderstehlich. Ich sagte sofort zu und übernahm die technische Planung der Reise. Während George sich um die Auswahl der Jungs kümmern wollte.

Fotograf Howard Roffman auf der Fahrt zum Haus in Bukit, mit dem blonden Kevin Warhol (r.) auf dem Rücksitz
Über einen indonesischen Freund in San Francisco fand ich ein perfektes Haus für uns – eine große Anlage in den Hügeln von Bukit auf der südlichen Halbinsel, mit opulenten Gärten, Panoramaaussichten imposanter balinesischer Architektur und diskreten Hausangestellten, die uns nicht stören würden bei der Arbeit. Denn natürlich ist ein Duroy-Ausflug dieses Kalibers auch dafür da, um Fotos zu schießen und Filmszenen zu drehen. Als wir auf dem Denpasar Ngurah Rai International Airport ankamen,
herrschte erstmal Chaos. Wir fanden unsere Fahrer nicht, der Verkehr war dramatisch und die Straße nach Seminyak schlängelte sich durch die Landschaft, mit Tausenden von Scootern und klappendern Autos neben uns. Dazu überall Hunde und ein unglaublicher Lärmpegel. Ich fragte mich, ob wir nicht einen fürchterlichen Fehler gemacht hatten, hierher zu kommen?
Als wir dann aber die Stadt und den Verkehr hinter uns gelassen hatten, und zwischen den dicht gewachsenen Blättern der Garten unseres Hauses zum Vorschein kam, waren alle Bedenken wie weggewischt. Die Jungs, ermüdet von der langen Reise, hatten plötzlich ein breites Grinsen auf den Lippen. Und stürmten in den Infinity Pool und die Schlafzimmer. Der Urlaub fing an.
Die 20 Jungs schmiedeten sofort Pläne: Einige wollten Surfunterricht nehmen an dem Strand, wo Julia Roberts Szenen für Eat, Pray, Love gedreht hatte. Andere wollten Ausflüge nach Kuta machen, um Souvenirs zu kaufen und sich eine balinesische Massage zu gönnen. Die jungen Masseure kicherten die ganze Zeit und hatten wohl selten so attraktive Kunden wie an diesem Tag. Wir machten einen Ausflug in die Ubud-Gegend, wo es endlose Reisfelder und Kaffeeplantage gibt. Diese im tropischen Regen zu sehen, war schon eindrucksvoll.
Bali ist heute eine schwulenfreundliche Oase inmitten lauter angrenzender muslimischer Staaten, in denen Homosexualität kriminalisiert ist und Schwule teils brutal unterdrückt werden. Ganz anders als in der überwiegend hinduistischen Gesellschaft von Bali. Wo immer wir hinkamen, fanden wir kleine Papiertabletts mit Blüten, Blättern und Keksen: Ausdruck des sanften Glaubens dort. Ironischerweise kommen viele der Touristen auf Bali aus den umliegenden muslimischen Ländern. Sie reisen aus Indonesien und Malaysia an. Man erkennt sie an den Kopftüchern, die die Frauen tragen. Komischerweise drängten sich genau diese Frauen um die Bel-Ami-Jungs, sobald wir irgendwo auftauchten. Sie wollten zusammen fotografiert werden und baten um Autogramme. Im Scherz sagte ich zu den Boys: „Jetzt wisst ihr, wie sich Justin Bieber fühlt!“ Natürlich ahnten die Mädchen nicht, dass sie es mit Pornoprominenz zu tun hatten. Und dass diese Jungs schwule Pornos drehen, die in konservativ-muslimischen Ländern verboten sind. Die Tage, die wir auf Bali verbrachten, waren auch von Liebe und Flirts geprägt, weil in dem malerischen Ambiente einige der Jungs, die sich bei den Shootings zum ersten Mal näher kennenlernen konnten, schwer ineinander verguckten.
Die gloriosen Details sind hier vielleicht unwichtig, aber man spürt auf vielen der Bilder doch die Nähe und intime Vertrautheit, die zwischen einigen der Bel-Ami-Boys herrscht. Diese Intimität blühte – im wahrsten Sinn des Wortes – in der tropischen Pracht von Bali auf. Und macht die Fotos so atemberaubend.
Schweden ist gayfreundlichstes Reiseland der Welt
Bewertungen für 128 Länder abgegeben, Deutschland auf Platz 10
Der Spartacus International Gay Guide hat einen Gay Travel Index veröffentlicht. Aus 128 Ländern geht Schweden als homofreundlichste Reiseland der Welt hervor. Die Spartacus-Redaktion steht, um ihre Bewertungen zu finden, in regelmäßigem Kontakt zum Auswärtigen Amt, den ausländischen Botschaften in Deutschland sowie LGBT-(Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender)-Aktivisten aus aller Welt.
„Im neuen Gay Travel Index fließen nun neben der aktuellsten Gesetzeslage für Homosexuelle, zum Beispiel zum Stand der Homoehe und Adoption oder den Einreisebeschränkungen für HIV-Positive auch Faktoren wie religiöser Einfluss auf Regierungen, das Verbot von Pride Paraden sowie gezielte Marketingaktivitäten für schwule und lesbische Touristen ein“, so Chefredakteur Briand Bedford. Der Index setzt sich aus insgesamt 15 Bewertungskategorien mit jeweils positiven oder negativen Punkten zusammen. Die maximale Punktzahl beträgt 9.
Auf dem letzten Platz landet, wenig überraschend, der Iran.
Der gesamte Index kann hier eingesehen und heruntergeladen werden.
Spartacus macht mobil
Mit der Spartacus iPhone App die schwule Welt entdecken
Mit der Spartacus iPhone App startet die „schwule Reisebibel“ ins moderne Zeitalter. Über 24.000 Adressen in 143 Ländern weisen den Weg durch die schwule Szene von Australien bis Zimbabwe, von Aberdeen bis Zürich. Per GPS werden Bars, Clubs, Hotels, Saunen, Strände oder Cruisingspots auf dem Stadtplan angezeigt. Und das ohne teure Roaming-Gebühren, da fast alle Funktionen auch offline zur Verfügung stehen. Fotos und Zusatzinformationen sowie weiterführende Links zu den jeweiligen Adressen helfen bei der Auswahl des nächstgelegenen Szenetreffs. Je nach Stimmungslage sucht die App die passende Location – ganz egal ob man gerade Lust auf einen Drink, ein Bett, eine Tanzfläche oder Sex hat. Aktualität wird mit der neuen App ganz groß geschrieben. Während der gedruckte Spartacus nur einmal im Jahr erscheint, wird die App einmal im Monat aktualisiert. Benutzer können über eine Feedback-Funktion Kommentare, Hinweise oder Fotos an die Redaktion senden. Die App gibt es auf Deutsch und Englisch in den Versionen „Europa“, „Amerika, Asien, Afrika und Ozeanien“ sowie weltweit. Sie kostet ab 6,99 Euro. Damit sich jeder selbst ein Bild über die Funktionsweisen machen kann, gibt es die Spartacus App für das Land Südafrika kostenlos zum Download.






















