“Ich will keinen Freund, ich will einen Titel”
Orlando Cruz konzentriert sich auf seinen nächsten Kampf
In einem seiner ersten Interviews nach seinem Coming-out mit der amerikanischen Tageszeitung USA Today und vor seinem ersten Kampf als offen schwuler Boxer heute Abend, hatte Boxer Orlando Cruz Folgendes zu sagen: “Ich hatte Angst, man würde mich diskriminieren, denn es gibt immer noch eine Menge Diskriminierung und Boxen ist ein Macho Sport. Der Kampf heute ist sehr wichtig für mich, weil ich mich jetzt frei fühle. Ich habe Geschichte geschrieben und möchte für mein Coming-out respektiert werden. Ich bin Single und möchte auch gar keinen Freund, ich will einen Weltmeistertitel. Das mein Traum und das Wichtigste in meinem Leben. Der Weltmeistergürtel ist der Mann in meinem Leben. Wenn ich meine Karriere mal beende, möchte ich, dass sich Leute so an mich erinnern: ‘ Orlando Cruz war schwul – und ein guter Boxer und guter Mensch.’” Orlandos Wunsch nach einem Titelkampf könnte schon nächstes Frühjahr in Erfüllung gehen. Er muss dazu nur seinen nächsten Kampf gewinnen. (pasch)
Orlando Cruz ist der erste offen schwule Boxer der Welt
Der WBO-Viertplatzierte und ehemalige Olympiateilnehmer aus Puerto Rico gibt bekannt “Ich bin ein stolzer schwuler Mann.”
Mit seiner Pressemitteilung gestern Nacht wird der 31 jährige Orlando Cruz der erste offen schwule Boxer der Welt. Cruz ist derzeit der Viertplatzierte auf der Rangliste der Weltboxorganisation WBO im Federgewicht. Er hat 18 seiner 21 Profikämpfe gewonnen, neun davon durch KO. Vor wenigen Stunden ließ er die Welt wissen:
“Ich kämpfe jetzt seit 24 Jahren und um meine immer erfolgreichere Karriere fortsetzen zu können, will ich zu mir stehen. Ich möchte das beste Rollenmodel für Kids sein, die Boxen als Sport betreiben oder sogar eine Karriere im Boxsport anstreben. Ich bin und war schon immer ein stolzer Puerto Ricaner. Ich bin und war schon immer ein stolzer schwuler Mann.”
Sein erstes Interview zum Thema gibt Cruz nächste Woche auf Telemundo, dem größten spanischsprachigen TV-Sender der Welt. (pasch)
Komm in meine Arme
David Sooter: Der Coach aus dem MÄNNER-Fitnessteam gibt Tipps, wie man seine Oberarme in optimale Powerform trainiert und damit alle Blicke auf sich lenkt
Sie sind unbestritten der Erotik- und Attraktivitätsfaktor Nummer 1, wenn es um die Frage nach dem „Männerkörperteil“ mit dem größten Eindruck auf Mann (und Frau) geht. Na ja, fast. Von Reliefs gezeichnete, kraftvolle Arme sind ein Symbol der Männlichkeit und Stärke. Und auch wenn es um schwierige körperliche Leistungen oder komplizierte Bewegungsabläufe geht, so sind starke Arme doch ein wesentlicher Faktor des Erfolges. Nicht zuletzt hat Arnold Schwarzenegger erst durch seine Arme seine Rumpfmuskeln so entwickeln können, wie sie sind. Jeder Arm kann bis zu zehn Kilo wiegen, bis zu 140 Kilo Last alleine bewegen und ist der beweglichste freie Körperteil des Menschen. Nicht nur Bizeps und Trizeps, auch viele andere Muskeln des Unterarmes geben dem Arm seine Form. Übrigens: Der Trizeps macht gut zwei Drittel des Oberarmumfangs aus, wenn er gut ausgebildet ist. Je näher die Muskeln der Hand kommen, desto feiner ihre Ansteuerung, um auch Dinge wie den Pinzettengriff und das Spielen von Musikinstrumenten zu beherrschen.
Für Sportler ist der Arm auch deshalb so wichtig, weil ein Großteil der Leistung über den Arm erst freigesetzt werden kann. Man stelle sich einen Schwimmer ohne Arme vor, einen Gewichtheber ohne einen festen Griff oder einen Fußballer im Zweikampf. Undenkbar. Also: Zeit, den Armen das Nötige und Respektvolle zu geben. Mit wenig Aufwand – nämlich Beugung und Streckung – lässt sich der Arm exzellent in Form bringen. Dabei zählt vor allem das benutzte Gewicht. Möchte man dicke und muskelbepackte Arme, so sollte man ein Gewicht wählen, welches nach acht und 12 Wiederholungen der Übung keine weitere zulässt. Wer seine Arme ausdauernd und zäh trainieren möchte, der wiederholt eine Übung bis zu 30 Mal. Eines vorab: Wer regelmäßig Klimmzüge, Liegestütze und Kniebeugen macht, wird starke und funktionell durchtrainierte Arme ernten. Dazu noch die folgenden fünf Übungen mit freien Gewichten und dem eigenen Körpergewicht – und schon fällt einem das Leben leichter. Man kann entspannt und gut aussehen und auch mal jemanden auf den Arm nehmen. Lass dich vor allem im Fitnessstudio nicht verrückt machen, wenn es heißt, du musst zehn verschiedene Armübungen oder generell eine Stunde Armtraining machen. Die Arme sind schnell zufrieden: hohes Gewicht, konzentriertes langsames Kontrahieren. 20 Minuten, und beide Seiten sind vollständig erschöpft. Ja, es tut weh in den Armen. Aber ist das Nachlassen des Schmerzes nach den 12 Wiederholungen nicht fantastisch?
Tipps zum Betonen von „schmalen“ Armen
– Kurze Ärmel zeigen möglichst viel vom Arm
– Je gebräunter die Haut der Arme, desto mehr Relief und Schattenwurf vorhanden
– Bizeps und Trizeps immer gleichmäßig trainieren
– Auch die Schulter nicht vernachlässigen, dann kommen vor allem die Oberarmpartien deutlich besser zur Geltung
– Arme im Alltag viel benutzen, z. B. Tüten tragen, Türen manuell öffnen, am Geländer hochziehen, per Hand spülen, beim Umzug helfen etc.
Anton Hysén zieht blank
Fußball ist ein vielfältiger Sport: Angela Merkel möchte Deutschlands Teilnahme an der Europameisterschaft absagen, aber der fußballerische Hingucker der Woche ist der niedliche Hintern des berühmtesten offen schwulen Fußballers der Welt Anton Hysén
Es wird Ernst: Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, erwägt die Kanzlerin aus sehr vernüftigen Gründen, Deutschlands Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine abzusagen. Sie will so das Leben der inhaftierten und wegen ihrer Haftbedingungen seit drei Tagen hungerstreikenden Oppositionsführerin Julia Timoschenko retten. Wenn es keinen anderen Weg gibt: Wir sind dafür.
Allerdings haben wir uns diese Woche um Fußball sonst nur wegen eines Spielers der schwedischen dritten Liga gekümmert: Anton Hysén, seit letzten Sommer der berühmteste offen schwule Fußballer der Welt, tanzt derzeit in der Favouritenposition bei der schwedischen Ausgabe der Fernsehshow Let’s Dance. Dort erregte er mit seiner Kehrseite in engen schwarzen Hosen soviel Aufsehen, dass er sich für die 200. Ausgabe der Zeitschrift QX kurzerhand ganz auszog, fast jedenfalls. Weil: “Was soll die ganze Aufregung, es ist doch nur ein Arsch. So sieht er aus, wenn man 15 Jahre Fußball spielt und gute Gene hat.” Kleinen Moment, wir werfen kurz unsere Zeitmaschine an und wechseln die Eltern. Die Fotos sind von Spitzenfotograf Magnus Ragnvid Chammmon , der bestimmt Spaß bei den Aufnahmen hatte. Seit Freitag Abend sind sie im Internet zu sehen, zum Beispiel bei unseren Kollegen von gay.net. Wir wollten sie euch nicht vorenthalten. (pasch)
Sport-2-go?
Fitnesscoach und Feuerwehrmann Matthias Kempin gibt einen Schnellkurs fürs tägliche Training fernab vom eigenen Trainingsterritorium
Wer viel unterwegs ist – geschäftlich wie privat –, kennt das Phänomen der Reiselethargie: Die Drei-Tage-Geschäftsreise, das verlängerte Wochenende oder der Kurztrip zum Seminar führen oft zur vollständigen Sportpause, nicht zuletzt, weil die Trainingsmöglichkeiten vor Ort nicht vorhanden, kaum genutzt oder nicht erkannt werden. Dabei ist es durchaus mit einigem organisatorischen, aber kleinem Materialaufwand möglich, auch eine ganze Woche Sportlichkeit im Koffer und im Kopf dabei zu haben und damit der Trägheit unterwegs entgegenzuwirken. Eine simple sowie geniale Möglichkeit, sich ein kleines Fitnessstudio auch im Hotelzimmer, bei Verwandten oder einfach in freier Natur zu schaffen, sind Tubes. Es handelt sich um elastische, Widerstand erzeugende Gummizüge, optimalerweise mit robusten Griffen ausgestattet, um bei kleinem Platzbedarf ein umfangreiches Training durchzuführen.
Tubes gibt es in verschiedensten Widerstandsstärken und vom Einsteiger- bis zum Luxusmodel, von dünn bis dick und von schlicht bis schick. Die Kosten liegen meist im Bereich von zehn bis 30 Euro, eine lohnende Investition, die in jede Sport- und Reisetasche, ja, sogar in den Rucksack passt. Genial sind auch Türbefestigungen für Tubes, mit denen sich auch auf kleinstem Raum komplexe Übungen durchführen lassen. Nahezu immer liegt den gekauften Tubes eine plakative und gut erklärende Anleitung zur Übungsausführung bei, die den Zweck einer Übungsdemonstration hervorragend erfüllt. Meist reichen drei bis fünf Basisübungen, um nicht aus der Form zu kommen.
Intelligentes Handeln beweist, wer sich vorm Reiseantritt informiert, z. B. über das hoteleigene Studio, örtliche größere Fitnessanlagen oder Schwimmbäder (hier kann man oft günstig den Fitnessbereich nutzen) oder über naturbelassene Trimm-Dich-Fitnessanlagen. Dass für zwei bis drei Reisetage selbstverständlich ebenso zwei vollständige Sport-Outfits dabei sein sollten, lässt der Ausrede „Ich habe keine Sportsachen mit“ keine Chance. Und auch dem „Sportdate“ mit dem Geschäftspartner, etwa zum abendlichen Lauf, wird problemlos Rechnung getragen. Wer einmal merkt, wie belebend 15 Minuten Training mit dem Tube sein können, wird es nie wieder aus seiner Reisetasche entfernen, um stets eins oder mehrere dabei zu haben. Und eine fremde Stadt mit Laufschuhen zu erkunden, ist eine ganz andere Erfahrung, als im Taxi vom Hotel zur Tagungsstätte zu gelangen. Also: Koffer packen, Tube und Laufschuhe nicht vergessen und topfit und motiviert auf Reisen gehen!
KURZ & BÜNDIG
Optimal und von uns genutzt: Bodylastics. Großes Sortiment an verschiedenen Stärken und vor allem Griffen. Von Einsteiger bis Profi ist alles dabei. Sehr robust (die Dinger können nicht reißen). Für die Reise optimal. Grundsätzlich sollte man im Laden die Tubes ausprobieren: Die Griffe sind manchmal unangenehm und sollten zur Hand passen. Schwarz ist in der Regel sehr stark, grün sehr schwach. Es lohnt, zusätzlich eine Türhalterung zu installieren, damit man das Tube unter der Türschwelle befestigen kann. Guter Übungskatalog: www.bodylastics.de. Oder von Dittmann: vier Schwierigkeitsstufen für 17,99 Euro. Zusammengefasst: Ausprobieren, wechselbare Griffe und zwei Schwierigkeitsstufen sollten sein. Preis: zirka 20 bis 50 Euro.
















