Archiv der Artikel die mit HIV getagged sind.

GEFÜHLVOLL: MÄNNER IM APRIL

Liebe Leser,

Ganz ehrlich: Uns schwirrt der Kopf von der Debatte um die Homo-Ehe. Nicht genug, dass Volker Beck uns während der Produktion dieses Heftes mit gefühlten zehn bis zwanzig Pressemeldungen pro Tag zuschüttete. Wenn man sich am Abend vorm Fernseher entspannen wollte, ging die Debatte auch noch bei Jauch, Plasberg und Konsorten weiter – mit allen Beklopptheiten, die sich die Gleichstellungsgegner in ihren kleinkarierten Heterohirnen zurechtgelegt hatten. Die Lust aufs Heiraten konnte einem da schnell vergehen, die Sehnsucht nach ein wenig Existenzialismus wurde dafür umso lauter. Also haben wir die Arbeit zur Horizonterweiterung genutzt. Das Thema Homo-Ehe bleibt in dieser Ausgabe weitgehend außen vor, dafür beschäftigen wir uns mit Menschen, die ihr Leben umgekrempelt und einen Neustart gewagt haben. Angefangen bei Rosenstolz-Mastermind Peter Plate, der in diesem Monat mit dem Album „Schüchtern ist mein Glück“ eine zweite Karriere als Solokünstler startet, bis hin zur transsexuellen Gender-Ikone Kate Bornstein und dem Londoner DJ Raph Solo, der erst über den Umweg einer Umpolungstherapie seine Homosexualität zu akzeptieren lernte, geht es hier durchweg um sinnstiftende Sprünge ins kalte Wasser, für die die deutsche Politik offenbar zu feige ist. Dass es uns hierzulande trotzdem noch ziemlich gut geht, veranschaulicht eine Russland-Reportage. Dort droht mit der Einführung eines Gesetzes zum „Schutz Minderjähriger“ die endgültige und gesetzlich festgeschriebene Tabuisierung von Homosexualität. Unser Autor Timo Gerling hat russische Aktivisten und schwule Normalbürger nach dem Status quo befragt. Unsere Parteienserie zur Bundestagswahl wird derweil mit einem Porträt der FDP fortgesetzt.In diesem Rahmen kommt das Thema Homo-Ehe dann doch noch mal auf den Tisch. Dafür sorgt nicht zuletzt ein Interview mit dem schwulen umweltpolitischen Sprecher der FDP-Fraktion Michael Kauch (selber verpartnert).
So weit, so staatstragend. Ein bisschen Glamour gefällig? Können wir bieten. Also alle mal festhalten: Wir haben ein Interview mit Barbra Streisand im Blatt! Zum Kinostart ihres neuen Films „Unterwegs mit Mum“ hat Babs im Doppelinterview mit Filmsohn Seth Rogen ihre mütterliche Seite rausgekehrt. Wir waren so entzückt, dass wir noch zwei weitere Ikonen angefragt haben. Mit Depeche Mode-Mastermind Martin Gore sprechen wir über Sex und Weltfrieden und mit mit Schlagerkönigin Mary Roos über Botox und schöne Männer.
Apropos schöne Männer. Die Fotostory des Monats gehört einer Horde sexy Stripper. Autor Craig Seymour hat früher selber als Nackttänzer gearbeitet und anlässlich der deutschen Übersetzung seines autobiografischen Buches „All I could bare“ („Nackte Tatsachen“) sein Fotoarchiv für uns geöffnet. Beim Betrachten der Bilder kommen die Frühlingsgefühle von selbst.  Passt auch. Immerhin gilt ab 31. März die Sommerzeit. Dann werden die Tage länger und die Temperaturen steigen.  So lange das mit dem Heiraten nicht klappt, möge man die daraus erwachsenden Energien anderweitig nutzen.  In Düsseldorf gibt‘s am 6. April zum Beispiel eine „Es reicht“-Demo für die „gleichen Rechte der Homosexuellen“. Außerdem startet Ende April in Potsdam die CSD-Saison. Und vielleicht sind ja sogar schon die ersten lauen Cruising-Nächte drin. Ansonsten eignet sich dieses Heft hervorragend für einen mentalen Frühjahrsputz.

Viel Spaß beim Lesen wünscht:

Die MÄNNER-Redaktion

POSITIVE BILDER

Die MÄNNER-Redakteure Paul Schulz und Christian Lütjens haben einen Bildband über 30 Jahre HIV veröffentlicht. In ihrem Vorwort erklären sie, warum sie POSITIVE PICTURES – A GAY HISTORY gemacht haben

Dieses Buch war harte Arbeit. Weniger, weil es lange gedauert hat, das Geld dafür aufzutreiben, die Beschaffung der Bilder nicht so einfach war oder viele Leute auch 2013 noch nicht über unser Thema sprechen wollten – damit hatten wir gerechnet. Es war eher die immer gleiche Frage von Außen­stehenden, die uns zu schaffen machte: „Ein Buch über Aids? Warum macht ihr das denn?“
Hier unsere Antworten: Weil es nichts gibt, was das Leben schwuler Männer seit Stonewall so verändert hat wie HIV. Wir leben anders, lieben anders, haben anderen Sex. Wir gehen anders miteinander und mit uns selbst um. Wir wissen mehr über unsere Stärken und Schwächen. Wir interagieren anders mit Heterosexuellen. Wir melden unsere Rechte schneller an. Wir haben in der Breite gelernt, nicht nur brav, hübsch und witzig zu sein, sondern auch wütend, laut und aggressiv, wenn es nötig ist. Wir lieben uns selbst und andere mehr, wissen aber auch besser, wo unsere Feinde stehen.
Dieses Buch gibt es, weil wir wissen wollten, wie es zu all dem kam. Und wir glauben, dass es uns nicht alleine so geht.
Dieses Buch gibt es auch, weil so viele gestorben sind und ein asiatisches Sprichwort besagt, dass man die Toten wieder lebendig macht, indem man ihre Namen sagt. Also sagen wir sie, auf viele verschiedene Arten, und lassen sie sagen, in vielen verschiedenen Stimmen, die viele unterschiedliche Positionen vertreten. Doch wir wollten dieses Buch auch machen, weil so viele von uns noch leben und uns allen viel Interessantes zu sagen und zu zeigen haben.
Dieses Buch gibt es, weil viele der darin gezeigten Bilder so unfassbar schön sind, oder schockierend, oder erotisch, oder traurig, oder schlau, oder unheimlich, oder lustig, oder all das. Und wir wollten, dass man sie alle zusammen betrachten kann.
Wir haben dieses Buch gemacht, weil wir die Auffassung des amerikanischen Aktivisten und Schriftstellers Larry Kramer teilen, für den es „die größte soziokulturelle Leistung einer Minderheit in der Geschichte der Menschheit“ ist, „dass schwule Männer sich selber gerettet haben, dass wir nicht alle gestorben sind.“ Und weil wir finden, dass das ein Grund zum Feiern ist.
Wir hoffen, Sie stimmen uns zu und haben viel Spaß beim Lesen und Schauen, beim Wiedersehen oder Neuentdecken. Dann hätte sich die harte Arbeit sehr gelohnt.

POSITIVE PICTURES – A GAY HISTORY, Bruno Gmünder, 224 Seiten, 39,95 Euro

SPORTLICH: MÄNNER IM MÄRZ

Liebe Leser,

Wenn im Büro um 19.00 Uhr so langsam die Lichter ausgehen, ist es oft so: Die Chefredaktion sagt „Ich geh noch was trinken/essen/angucken. Will jemand mit?“ Dann gibt es immer mindestens einen Kollegen, der antwortet: „Ich kann nicht, ich muss noch ins Fitnessstudio.“ Die obligatorischen Gegenfragen: „Musst du oder willst du? Und warum eigentlich?“ Lustigerweise fallen Vielen darauf spontan keine Antworten ein.
Für die Redaktion Grund genug, nach welchen zu suchen. Schließlich stellen sich die meisten schwulen Männer in Bezug auf ihre Körper dieselben Fragen: Bin ich zu dick? Zu dünn? Nicht muskulös genug? Zu muskulös? Zu alt? Zu jung? Oder vielleicht doch genau richtig? Jeder von uns hat sich solche Fragen schon mal gestellt. Weil wir als schwule Männer über nichts so sehr definiert werden wie über unseren Körper und das, was wir damit anstellen.
Deswegen dachten wir MÄNNER: Es ist Zeit für ein Sport-Special. Einzige Bedingung war, dass es unverkrampft sein sollte. Wir wollten keine Druckszenarien aufbauen, Normen abfeiern oder Fitnessdiktate verordnen, sondern einfach nur Lust auf ein gutes Körpergefühl machen. Für diesen Ansatz ist unser Titelheld Davey Wavey genau der richtige Repräsentant. In den letzten Jahren hat der Amerikaner eine kometenhaften Karriere als Fitness- und Lebensberater gemacht. Weil er Tausenden Menschen jeden Tag im Internet zeigt, dass ein schöner Körper glücklich macht, ohne dabei vorzugeben, dass seine eigene imposante Statur die „richtige“ ist. Ähnlich entspannt ist auch unser neuer Fitnesstrainer Patrick Thomalla. Patrick weiß, dass bei Jedem irgendwas geht. Und er will anderen dabei helfen, ihre persönlichen Ziele zu verwirklichen. Mit einem Trainingsplan für Zuhause und einer einfachen aber wirksamen Diät gibt er erste Anregungen. Unser Autor Timo Gerling macht sich auf vier Seiten Gedanken darüber, ob der männliche Körper eine Waffe ist und wenn ja, gegen wen sie sich richtet.
Nirgends spielt unser Körper eine so entscheidende Rolle wie beim Sex. An ihm leitet sich ab, was wir gern haben und mit wem das geht. Die vier Paare, die wir direkt nach dem Sex befragt haben, stellen ganz unterschiedliche Dinge an ganz unterschiedlichen Orten an, haben aber alle eine gemeinsame Vorliebe: Nippelplay.
Natürlich sind unsere Körper auch politisch: Krsto Lazarevic beschäftigt sich in einer großen Reportage zum Thema Asyl damit, wie schwer es schwulen Flüchtlingen gemacht wird, ihre Homosexualität auf den Ämtern zu beweisen. Gregor Gysi hingegen berichtet im MÄNNER-Interview darüber, wie er schon im Elternhaus gelernt hat, Homos zu akzeptieren. Filmemacher Gregor Schmidlinger und Musiker John Grant wollen derweil beide ein neues Verhältnis zu ihrer Sexualität aufbauen. Schmidlinger macht ein Jahr Pornopause und Grant versucht, seine HIV-Infektion in ein neues Körpergefühl einzubeziehen. Ein Thema, zahllose Facetten. Dieses Heft beweist, dass unser Körper weit mehr ist als eine leibliche Hülle – auch wenn Papst Benedikt gerade versucht, uns das Gegenteil zu beweisen. Aber die Schwulen waren mit Benedetto ja sowieso selten einer Meinung. Auch darum geht‘s in diesem Heft. Es ist also ein guter Grund, mal einen Abend Fitnessstudio zu schwänzen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht:

Die MÄNNER-Redaktion

FILMREIF: MÄNNER IM FEBRUAR

Liebe Leser,

Wir MÄNNER fühlen uns im Februar ein bisschen alt. Das kommt davon, wenn man sich einen Monat lang nur mit ersten Malen beschäftigt und dabei selber über 30 ist.
Dem ersten Mal von Duncan James zum Beispiel, dem schönsten Viertel der Boygroup Blue. Dessen erstes Mal mit einem Mann war so unglaublich lustig, desperat und schön, dass man es nicht erfinden könnte. Wir wollten alles wissen: welcher Film lief dabei, wie kam es dazu, was passierte danach und war es schön? Wem hat er davon erzählt und wer weiß es bis heute nicht? Duncan gab in seinem ersten und einzigen Solointerview in Deutschland, einem der offensten in der Geschichte dieses Magazins, bereitwillig Auskunft und war dabei entspannt, fröhlich und gutaussehend. Deswegen ist er auf unserem Titel gelandet.
Dort findet man auch das große Thema dieses Heftes: Malte Göbel beantwortet auf zwölf Seiten die Frage, wie man erfolgreich älter wird. Dabei hat er auch herausgefunden, wie man damit klarkommt, dass einen ab einem bestimmten Alter wahrscheinlich nur noch jüngere Männer auf den ersten Blick interessieren, und wie aus so einer ersten Attraktion eine dauerhafte Beziehung werden kann. Illustriert haben wir das Ganze mit den schönsten jungen Männern, die wir finden konnten: den Stars von Bel Ami, die Fotograf Robo Melo zum ersten Mal hinter den Kulissen abgelichtet hat.  Auch Göbel hat zum ersten Mal für MÄNNER geschrieben und wird das in Zukunft sicher öfter tun.
Ob die CDU/CSU eine Zukunft als Wahlalternative für Schwule bei der Bundestagswahl 2013  hat, beantworten wir im ersten Teil einer Serie, in der wir in den nächsten Monaten die Homopolitik aller Parteien beleuchten werden. Alexander Vogt, Vorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union, glaubt, das brüskierende Verhalten der Kanzlerin gegenüber Schwulen und Lesben im letzten Jahr sei nur Taktik, wir sind uns da nicht so sicher.
Ob alle die 13 talentierten und überaus erfolgreichen Schauspieler kennen, die Filmexperte Patrick Heidmann für uns zusammengetragen hat, wissen wir nicht. Vielleicht seht ihr einige ja zum ersten Mal. Was wir wissen, ist, dass sie jeder kennen sollte. Auch weil sie schwul sind, aber vor allem, weil sie zur ersten Garde ihres Fachs gehören und so jeden Tag aufs Neue beweise: Als Mann ganz offen Männer lieben und Erfolg in Hollywood, das geht heute problemlos beides.
Wer dann noch nicht genug vom Thema Film hat, kann Thomas Abeltshausers Berlinale-Ausblick lesen oder sich von Panorama-Chef Wieland Speck erklären lassen, wo seine Sektion des einzigen A-Festivals in Deutschland so überall ihre Finger drin hat.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist auch Mr. Benson wieder erhältlich, der vielleicht beste schwule SM-Roman aller Zeiten. Dessen Autor John Preston starb 1994 an den Folgen von Aids und hatte bis dahin Zeit seines Lebens darauf bestanden, dass sich gute Literatur und das Schreiben über Sexualität nicht ausschließen. Mr. Benson ist der Beweis für seine These.
Und dann ist da noch unser Interview mit der schlauesten Band Deutschlands: Die Nerd-Rocker von Tocotronic haben uns in einem vergnüglichen Gespräch erklärt, warum Ingrid Caven, die Filme von Rosa von Praunheim, Camp und andere Selbstverständlichkeiten des schwulen Lebens für sie als heterosexuelle Künstler ganz normale Referenzpunkte sind.

Viel Spaß bei Lesen, Mitdenken, Mitfühlen und dabei unaufgeregt Älter werden wünscht

Die MÄNNER-Redaktion

ICH BIN NICHT DIE SEX-POLIZEI!

Jack Mackenroth (Foto Jack Mackenroth)

Jack Mackenroth (Foto Jack Mackenroth)

Jack Mackenroth ist Modedesigner, Reality-TV-Star, HIV-Botschafter und Betreiber eines neuen Datingportals für HIV-Positive. Mit Volttage.com will der Amerikaner, selbst seit 23 Jahren positiv, ein Zeichen setzen – gegen Stigmatisierung und für Selbstverantwortung

Interview: Christian Lütjens

Warum hast du Volttage.com gegründet?
Es kommen immer wieder Leute zu mir, die fragen, wie ich im Bezug auf meinen HIV-Status bei Dates verfahre oder ob es ratsam ist, auf Online-Profilen von vornherein zu enthüllen, dass man positiv ist. Für mich persönlich kann ich nur sagen: Wenn mich jemand nicht mag, dann ist er mir egal, und wenn mich jemand wegen meines HIV-Status diskriminiert, dann ist er nicht der Richtige für mich. Ich bin seit 23 Jahren positiv. Eine lange Zeit, nach der ich wirklich sagen kann, dass HIV mein Selbstwertgefühl nicht mehr beeinträchtigt. Aber mir ist auch klar, dass Zurückweisung von Positiven immer noch stattfindet und dass die meisten damit nicht so locker umgehen wie ich. Viele Leute meinen nach der Diagnose auch, gar keinen Sex mehr haben zu dürfen, sie schämen sich oder fühlen sich nicht mehr liebenswert. Dem wollte ich mit Volttage.com etwas entgegensetzen.

Was unterscheidet die Seite von anderen Datingportalen?
Durch die bewusste Ansprache von Positiven soll Stigmatisierung vermieden werden. Und wir machen nicht auf Sex-Polizei. So verzichten wir bei den Profilen bewusst auf Kategorien wie PND (Party No Drug Use), Safer Sex oder HIV-Status. Damit beugen wir falschen Sicherheitsgefühlen vor und vermeiden Vorurteile. Wenn Leute nicht angeben, dass sie keine Drogen nehmen, heißt das ja nicht, dass sie ständig drauf sind. Wenn sie nicht ankreuzen, dass sie Safer Sex praktizieren, müssen sie nicht zwangsläufig Barebacker sein. Und wenn jemand behauptet, dass er negativ ist – vielleicht, weil er es selber glaubt – muss das sowieso nicht stimmen. Leute, die sich bei uns anmelden, gehen davon aus, dass ihre Chatpartner positiv sind, den Rest machen sie unter sich aus.

Was ist deine persönliche Safer-Sex-Maxime im Jahr 2012?
Ganz einfach: Wenn du nicht sicher bist, ob du dich mit HIV oder irgendetwas anderem infizieren könntest, musst du Kondome benutzen. Also eigentlich immer. Es geht ja nicht nur um den Schutz vor HIV, sondern auch um Hep C und weitere STDs, die man nicht wirklich haben muss. Solange die Viruslast unter der Nachweisgrenze ist, kann man das Kondom in einer monogamen Beziehung zwar weglassen, aber monogame Beziehungen gibt es kaum.

Sprichst du aus Erfahrung?
Ich hatte in der Vergangenheit beides, monogame und offene Beziehungen, da kriegt man einiges mit. Seit einem halben Jahr habe ich einen Freund, für den ich tatsächlich monogam bin. Das liegt aber auch am Alter. Ich bin 43 und habe Lust auf Hochzeit, Haus und zwei Hunde. Die Rumhurererei interessiert mich nicht mehr so.

Du beteiligst dich traditionell an dem jährlichen Fotoprojekt „A Day with HIV“, für das du dich im letzten Jahr von Fremden mit einem „Positive“-T-Shirt in der U-Bahn fotografieren lassen hast. Welche Idee hattest du dieses Jahr?
Ich bin in New York in einem schwulen Schwimmteam und hab mich von Kollegen im Pool fotografieren lassen. Es ging diesmal weniger um Sichtbarkeit im Allgemeinen als um den Ausdruck von Gesundheit, Wohlbefinden und Fürsorge, die nichts mit Medikamenten zu tun hat. Viele denken immer noch, Positive sind krank und schwach und können kaum was machen. Das Bild zeigt das Gegenteil.

Wie sieht deine Therapie-Biografie aus?
Ich bin ein  Fall. Ich habe 1993 mit Combivir angefangen, eine Mischung aus AZT und 3TC. Das schlug bei mir sehr gut an, was ungewöhnlich ist. Ganze 17 Jahre bin ich dabei geblieben. Erst vor ein paar Jahren habe ich auf neue Integrase-Inhibitoren umgeschwenkt. Ich spreche namentlich aber nicht über meine Medikation. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Leute, die sehen, dass es mir sehr gut geht, solche Aussagen als Empfehlung missverstehen. Da Medikamente aber individuell sehr unterschiedlich anschlagen, halte ich es für unverantwortlich, Empfehlungen auszusprechen.

www.volttage.com





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